Die Rezension zur Rezension

Ich begrüße an dieser Stelle nicht ohne Stolz die Leser des Laufmagazins „Running„, das nicht das größte Laufmagazin der Welt ist, denn das reklamiert „Runner’s World“ für sich. Da ich beide Magazine gelesen habe, kann ich sagen, dass „Running“ das eindeutig bessere Magazin ist und eine Größe von 210 mal 297 Millimetern hat. Die Größe des Konkurrenten finde ich gerade leider nicht heraus, da muss er bei seinen Mediadaten noch nacharbeiten!

Aber die Running beansprucht immerhin, „zu den auflagenstärksten Publikationen beim Thema Ausdauersport“ zu gehören, was man immer dann von sich behaupten kann, wenn man nicht die auflagenstärkste ist. Nichtsdestotrotz ist die Druckauflage der „Running“ mit 60.000 Exemplaren beeindruckend hoch, wie auch der Fußabruck, der stets ihre Titelseite ziert und auf einen Mittelfußläufer als Abdruckspender schließen lässt.

In der heute erschienenen Ausgabe 02/2017 wird dieser Blog, dieLaufeinheit, ausführlich rezensiert, was mich offen gesagt mit Stolz erfüllt, zumal ich es selbst nicht initiiert habe, sondern eine treue Leserin, die Teil der Redaktion des Ausdauerblattes ist. Ich begrüße somit mehr als 60.000 neue Leser hier in der Laufeinheit. Denn eine Auflage von 60.000 bedeutet natürlich eine enorme Reichweite, da ich davon ausgehe, dass nicht nur der Käufer selbst das Magazin liest, sondern auch dessen Familienmitglieder, Freunde, Arbeitskollegen, Postbote, Heilpraktiker, Nachbarn, Flughafenangestellte, Innenarchitekt sowie Gerichtsvollzieher. Daneben liegt das Magazin in gut sortierten Wartezimmern von Ärzten aus, sodass das Blatt summa summarum auf eine Reichweite von 20 Millionen Leser kommt.

Zum Vergleich: Eigenen Angaben zufolge kommt die „Runner’s World“ auf eine Reichweite von mageren 270.000 Lesern (AWA 2015); das ist schon fast peinlich und somit bin ich froh, dass sich die „Running“ einer Rezension dieses Blogs angenommen hat, die hier gleich noch ausführlich re-rezensiert wird.

Denn eines erwarte ich nicht ganz zu Unrecht: Wenn nun nur die Hälfte der 40 Millionen Leser der „Running“ auf die Rubrik „Reingeschaut“ stößt (Seite 38), wo mein Blog analysiert wird, werden noch heute etwa 50 Millionen Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo „Running“ erscheint, meinen Blog besuchen, was nahezu einer Verdoppelung meiner durchschnittlichen Besucherzahl entspricht. Und exakt dieser Punkt erklärt meinen Stolz und meine Euphorie.

dieLaufeinheit startete ich am 13. Oktober vergangenen Jahres, nachdem ich bereits seit mehreren Jahren das seppolog betreibe. Ich bin also im Grunde erfolgsverwöhnt ohne Ende, doch der steile Start dieses Laufblogs hat mich selbst überrascht wie eben auch die Tatsache, dass er nun in einem Laufmagazin rezensiert wird.

Im seppolog stelle ich in regelmäßigen Abständen immer wieder meine Kritikunfähigkeit unter Beweis. Kritische Leserkommentare werden oftmals mit einem gepfefferten Artikel erwidert, in dem ich den kritischen Leser mit Worten in Grund und Boden schreibe und vernichte. Das wurde mir unlängst zum Verhängnis. Doch im Zusammenhang mit der „Running“ wird mir das nicht passieren, denn im vorauseilenden Gehorsam hat sie nur Gutes über diesen Blog zu sagen, sodass ich der Rezension vollumfänglich im vollen Umfang zustimmen kann.

Ich stehe rechtlich auf wackeligen Beinen, wenn ich nun diesen Screenshot hier veröffentliche, der eine fotorealistische Abbildung jener Besprechung meines Blogs ist. Ich darf sagen, dass ich mir das Magazin noch heute kaufen werde, doch gilt mein Dank in diesem direkten Zusammenhang Wiebke.

rezension

Die Einschätzung, dass es viele Laufblogs gibt, ist korrekt. Schon einmal sehr gut, „Running“! Es gibt ja auch viele Laufmagazine und deren Herausforderung ist es, sich voneinander abzusetzen. Im Fachjargon heißt es, man muss „irgendwie anders“ sein, „unique“ etwa, da es ja auch „unique page impressions“ gibt, über derer sehr viele auch www.running-magazin.de verfügt. Fast so viele, wie dieser Blog, mit dem sich das Magazin nun schmückt. Zurecht. Ich schmücke mich im Gegenzug mit ihm. Denn eines ist klar: Meine 15 Minuten Ruhm schlachte ich bis zum Erbrechen aus, auf allen Kanälen, wie auch auf meiner Facebook-Seite, deren Existenz derzeit aber in den Händen der Justiz liegt … Meine Leser kennen und erwarten nichts anderes. Mich selbst feiern – das kann ich am besten. Das übrigens, liebe Laufsportfreunde, ist das Resultat eines Selbstbewusstseins, das zum einen Show ist und das Gegenteil andeutet und zum anderen Folge des Laufens. Denn darum laufen wir ja.

Dieser Blog macht es anders als die meisten anderen Laufblogs, die aber durchaus ihre Berechtigung haben, vielen davon folge ich. Ich tue nicht so, als sei ich Laufexperte, sondern baue hier auf meine 15-jährige Siamkatze Laufgeschichte mit all ihrer Erfahrung und ihren Fehlern. Im Fachsprech heißt es „Halbwissen“, das ich hier anbiete. Ergänzt sich das mit dem Halbwissen des Lesers, ist die Symbiose aus Laienjournalismus und Leserschaft vorbildlich gelungen.

„Running“ erkennt in diesem Blog vollkommen zurecht eine bunt und abwechslungsreich gemischte Darstellung aller Laufthemen, die einhergehen mit meiner erstaunlichen „Wortgewandtheit“ (Das sage nicht ich, das sagt das Fachblatt! Und hat natürlich auch in diesem Punkt Recht.). Die Redakteurin, die mit mir schlafen musste, um die Freigabe des Screenshots meines Blogs zu erhalten, erwähnt mit gutem Grund, dass ich eben kein Experte bin wie ein Achim Achilles oder wie ein Hajo Schumacher, die ich beide konsumiere, die sich aber seltsamerweise kaum voneinander absetzen.

Da soll nochmal jemand sagen, ich sei kritikunfähig. Dieser Kritik stimme ich voll und ganz zu, ein Glanzstück außerhalb alternativer Fakten, abseits jeder Idee von Lügenpresse. Wahrhaftiger Journalismus hat eben noch seinen Platz.

Natürlich entgeht mir nicht, dass das hier alles zum Erbrechen ironisch wirkt. Ist gar nicht so gemeint, ich kann nur in meiner Euphorie nicht anders. Sehr ernsthaft möchte ich mich bei der „Running“ bedanken, dass sie sich des kleines Mannes angenommen hat und mir möglicherweise ein Abo über sechs Ausgaben schenkt. Meine Daten entnehmen Sie gerne dem Impressum. Nicht Ihrem, sondern freilich meinem. Dank gilt auch den Lesern der „Running“, die sich für ein ausgezeichnetes Magazin entschieden haben, das anders als manch Mitbewerber die Themen weniger hektisch und schrill angeht, sondern sich auf das Wesentliche konzentriert: auf das Laufen, fernab von industriell geprägten Trends und Gegentrends. Der Leser wird dort ernstgenommen und eben nicht zum bloßen Konsumenten von Laufschuhen und -uhren degradiert.

Dank gilt auch meinen bisherigen Lesern, die sich hoffentlich mit den nun hinzukommenden 70 Millionen gut verstehen werden. Ich bekomme sehr viel Zuspruch und stelle fest, dass wir alle aus denselben Gründen diesem fantastischen, aber monotonen Laufsport frönen.

Und was mich besonders freut: Auch viele Nicht-Läufer lesen hier! Wobei, wenn ich länger über diesen Umstand nachdenke, wirft das Fragen auf …

Mindestens eine Frage bleibt sowieso offen: Bin ich wirklich 37 Jahre alt?

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11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Seppo sagt:

    Hat dies auf seppolog rebloggt.

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  2. dergl sagt:

    Wenn du möchtest, dann gehe ich bei den Schleichern – Running ist bei mir ja nun mal nicht und das Wort Creeping kann ich nicht verwenden, sonst kommt wieder einer auf so Ideen, dass du hier mylaufeinheit draus machen musst 😉 – angeben, dass ich einen kenne, der jetzt im Running-Magazin steht, dann erweitert sich deine Reichweite noch mehr. Ich meine das ernst, es gibt Sportblogs, da wollen die keine Leser/Kommentatoren haben, die den Sport nicht selbst ausführen können. Vielleicht kann man dich dagegen auch nochmal lobend irgendwo erwähnen, zumal du ja nun wirklich auch so schreibst, dass auch Leute, die vom Laufen keine Ahnung haben es interessant finden.

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  3. Georgetown sagt:

    Echt guter Artikel & das sage ich als Nicht-Läuferin und über den seppolog hier gelandet…In jedem Satz zeigst Du, wie exakt auf den Punkt Du mit Sprache umgehen kannst…und man merkt, wie sensibel Du auch auf Kritik reagierst und Dir sehr wohl Gedanken machst, bevor Du was „rausschießt“…liegt vielleicht an Deiner „Redakteurin“ (= Mitbewohnerin?), mir der Du schlafen „musst“ und dadurch die nötige Gelassenheit erlangst 😎…?Ich werde auch weiterhin beide Blogs von Dir mit Freude lesen/ weiterverfolgen…- aber…:wie alt bist Du wirklich???

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    1. Seppo sagt:

      Und vielen Dank.

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  4. karinhold sagt:

    mit den neu dazukommenden Leser ist es irgendwie wie mit dem gefangenen Fisch – der wird immer länger und die erwartete Zahl der neuen Leser immer größer ^^ – und mein Grinsen wurde immer breiter 😉 Also ehrlich.

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  5. books2cats sagt:

    Hallo Seppo,

    du hast mich neugierig gemacht, ich werde dann auf dem Heimweg beim Zeitungshändler meines Vertrauens vorbei gehen und dieses hochgelobte Magazin erwerben.

    LG, Susanne

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    1. Seppo sagt:

      Vermutlich aufgrund dieses Artikels vergriffen.

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      1. books2cats sagt:

        Du wirst es nicht glauben, aber ich habe noch eines der letzten beiden Exemplare erwischt.

        Genieße den Ruhm. Deine Artikel hier im Blog sind super und geben mir wieder Auftrieb fürs Sportmachen.

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  6. Bisou sagt:

    *Aufstehe und die Handinnenflächen rhythmisch aneinander schlage

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